Über uns

Wir, die Bewohner*innen der Freiau 99,  sind 9 junge Menschen die in unserer gemeinsamen Zeit nicht nur eine enge Bindung zueinander, sondern auch zu dem Haus aufgebaut haben. Als bunte Truppe und Gruppe von kreativen Köpfen  wollen wir uns unseren Wohnraum beibehalten und unseren Vorstellungen nach nutzen. 

Die Freiau 99 ist eines der wenigen noch existierenden denkmalgeschützten Häuser einer ehemaligen Arbeiter*innensiedlung am Rande des Wiehreviertels in Freiburg. Diese für die Stadt Freiburg historische Siedlung wird von Bürogebäuden, Bahngleisen und der B31 umringt. 

Im Frühling 2019, als unser Vermieter uns mitteilte, dass er das Haus verkaufen will, sahen wir uns mit einem Thema konfrontiert, das hochaktuell ist und immer weiter an Brisanz zunimmt: Der Erhalt bezahlbaren Wohnraums angesichts des immer stärker werdenden Einflusses des Immobilienmarktes. 

Mit dem Hausprojekt Freiau99 wollen wir nun unseren Teil dazu beitragen, dass Freiburg auch in Zukunft noch die junge, dynamische und offene Stadt ist, die wir schätzen.  Ausserdem möchten wir einen weiteren Beitrag zu einem solidarischeren Wohnungsmarkt leisten. 

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Ein kleiner Einblick in die Freiau99.

Was bisher geschah

Die Freiau99 ist jetzt seit April 2020 ein selbstverwaltetes Projekt des Mietshäuser Syndikats. Und ja, mit diesem Wissen lässt sich verdammt gut hier wohnen!
Der Weg hier hin war jedoch nicht nur Spiel und Spaß. Es begann, im Frühling 2019, mit der Ankündigung unseres Vermieters, dass er das Haus verkaufen will. Wir Bewohner*innen sahen uns mit typischen Ängsten von jungen Menschen auf dem Freiburger Wohnungsmarkt konfrontiert. Wird der/ die neue Vermieter*in sanieren und die Mieten steigen lassen bis kein WG-Leben für uns mehr möglich ist? Wie können wir als Freunde weiterhin zusammen wohnen?
Auf der Suche nach einer komfortablen Lösung wanden uns an der Mietshäuser-Syndikat und damit begann für uns ein abenteuerlicher Weg durch ein Labyrinth aus Plena, Finanzierungsplänen, Bankverhandlungen, Direktkreditakquise, Kaufverhandlungen, noch mehr Plena hin zur Selbstverwaltung. Es war eine sehr intensive Zeit, aber wir haben viel dabei gelernt und sind als zusammengeschweißte Gruppe herausgegangen. Für einen kleinen Einblick in den Prozess hier ein Artikel der Badischen Zeitung, der uns beim Anwerben von Krediten sehr geholfen hat (https://www.badische-zeitung.de/keine-spekulation-in-der-freiau-99--181020886.html).
An dieser Stelle auch vielen Dank an alle die uns dabei unterstützt haben, ob mit Direktkrediten, mit Wissen (wie unsere BeraterInnen vom Syndikat), durch Kompromissbereitschaft, Vertrauen oder einfach weil sie nett waren :)
Jetzt sind schon einige Monate seit dem Hauskauf vergangen und das sind etwa genauso viele Monate, wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Während wir in der Phase vor dem Hauskauf noch die ein oder andere legendäre Party, Konzerte und auch Ausstellungen im Keller für Spenden gemacht haben, verlief es seit dem Hauskauf sehr ruhig.
Was nicht heißt, dass die letzten Monate schlecht war! Wir hatten schöne Zeiten in unserem Garten, haben viele Runden Doppelkopf gespielt, konnten zwei neue Mitbewohnerinnen in der Freiau99 begrüßen und haben, insbesondere in Zeiten der abendlichen Ausgangssperre von Dezember 2020 bis Februar 2021, unsere kulinarischen Fähigkeiten bei abendlichen WG-Essen exponentiell verbessert.
Parallel dazu haben sich auch unsere Aufgaben verändert. Aus einer Idee ist nun ein stehendes Projekt geworden, und das heißt für uns: Verantwortung tragen. Wir müssen jetzt also unsere Glühbirnen selber wechseln, aber insbesondere müssen wir weiterhin die Direktkredite verwalten, Zinsen auszahlen, Steuererklärungen schreiben, Mails beantworten und hier und da auch noch neue Direktkreditgeber*innen anwerben, wenn mal jemand anderes sein Geld ausgezahlt haben will. Ja, all das gehört (neben wilden Frisuren und einer unaufgeräumten Küche)zu Aufgaben eines Hausprojektes.
 Um den Aufgaben gerecht zu werden, haben wir nun eine Hausmeister*innen-AG, eine Finanz-AG, eine Buchhaltungs-AG, eine Direktkreditverwaltungs-AG und eine
 Öffentlichkeitsarbeits-AG.
Abgesehen von uns selbst war auch spannend, die letzten Monate zu Beobachten, wie an anderer Stelle in Freiburg weiterhin Initiative ergriffen wird und neue Syndikats-Projekte entstehen.
Das gilt explizit für:
ma per tutti – Landnahme an der Oase
Stühlinger27 – Mieter_innen-Initiative im Mietshäuser Syndikat (stuehlinger27.org)
Hallo | k.neun Wohnprojekt Freiburg
Also, Freiburgs Immobilien-Haie sollen sich mal in ihrem Terrain nicht zu sicher fühlen! 


Jetzt (Anfang 2021) sind wir gespannt, was dieses Jahr noch für uns bereit hält. Da ja das große Planen während Corona eher kleingeschrieben wird, versuchen wir flexibel zu bleiben, aber mit der Hoffnung so bald wie möglich wieder mehr Besuch empfangen zu können, damit wir als Hausprojekt nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Allgemeinheit existieren. 


Bei Fragen oder Antworten meldet euch gerne bei uns. 

Das Haus

Die Freiau 99 entstand 1870/71 innerhalb einer Arbeiter*innensiedlung. Damals bestand die Freiau aus zehn Häuserreihen mit jeweils fünf Häusern. 
Durch den Bau des Autobahnzubringers im Jahr 1974, sollte durch die Freiau eine Schneise geschlagen werden. Dies stieß auf Widerstand - es kam  zu  Demonstrationen und Freiburgs ersten Hausbesetzungen. Jedoch konnten auch diese den Abriss nicht verhindern. Heute gibt es noch fünf Häuserreihen, welche seit 1986 unter Denkmalschutz stehen. Die Reihe mit der Freiau 99 befindet sich etwas abseits zwischen Bahnschienen, der Heinrich-von-Stephan-Straße und riesigen Bürogebäuden. 




Landesarchiv Baden-Württemberg
Abt. Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 100972a Bild 1
Fotograf: Willy Pragher
Permalink: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-233748-1
http://www.landesarchiv-bw.de/nutzungsbedingungen

Landesarchiv Baden-Württemberg
Abt. Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 100972g Bild 1
Fotograf: Willy Pragher
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